Tuesday, February 28, 2012

Frostige Wochen

Nach einem sehr milden Jänner wurde der Februar vom Anfang an echt winterlich, so winterlich dass ich es zunächst bezweifelte, es kann so kalt werden und dabei auch so lange bleiben.
Bis auf die Schneemenge wurde es wirklich so, und mehr...
Und kaum hätte ich diese Winterwochen mehr genießen können als durch tägliche 43 km im Sattel (es sei denn, es gibt einige die so was genießen...) Und so schrieb ich am ersten Februar:
Mittwoch, 1 Februar 2012
07:27:17 Uhr
01:21:23 Std.
21.74 km
Leichter Schneefall, schöne "skandinavische" Landschaft.

Fahrbahn: Trockener Schnee (außer Schweizerstr. und Diepoldsau-Dorf)
Schneefall bei -4.0 ° C
An dem Tag verliere ich die Möglichkeit Gänge zu schalten, was mir die nächsten 14 Tage nur noch einen einzigen Gang lässt.
Verschneiter und zugefrorener Antrieb
Abgesehen davon, vergehen die eisigen Tage ohne wesentliche mechanische Probleme. Die alte Katja, aus Nordschweden stammend, hat wohl schon einen echten Winter (und davor viele mehr ohne mich) bestanden.

Am kältesten Tag fahre ich bei -20 Grad los und berichte dann:
Montag, 6 Februar 2012
Es war nicht gestern, sondern heute die tiefste Temperatur! (Bis jetzt?) -20.0 hat der Thermometer gezeigt als ich um 7:20 Uhr weggefahren bin. Heute habe ich zwar zu viel angezogen (ein Fleece mehr plus beiden Windstoppern) und es ist mir eigentlich kälter geworden gegen Ende meiner Fahrt wegen Verschwitzung. Also, remember...
Das mit der Bekleidung ist sicher wichtig, denn es ist immerhin eine bis eineinhalb Stunde unterwegs. Bei aktiver Sportausübung wird es aber prinzipiell während dieser Zeit nie wirklich kalt. So bin ich beispielsweise bei -15  bis -20 Grad mit Wolle/Thermounterhemd, langärmeligem Windstopper plus einem Windstopper-Vest immer komfortabel gefahren. Als Vergleich, ich fahre bei rund 0 Grad mit dem selben langärmlichen Windstopper und einem leichteren Unterhemd. Wo man aufpassen muss sind Hände und Füße, da diese sich nur relativ aufwärmen: Dicke Socken, Schuhüberzüge und Goretex "fingerlose" Handschuhe (die wo die Finger alle zusammen sitzen) sind für mich ab -10 Grad Pflicht. Außerdem muss man es sich merken und ab und zu "überprüfen" dass alle Finger noch da und gesund sind.
Am kältesten Morgen

Bereit für die Fahrt

Gute Bekleidung und Sichtbarkeit sind das Allerwichtigste

Die Straßenverhältnisse waren durchaus während der kalten Zeit nahezu unverändert. Vor allem der wenig befahrene Radweg war sehr angenehm zu fahren, mit kompaktem und "überraschungslosem" Boden, wobei die Hauptwege sich wegen der Kälte auch bei leichtem Schneefall meistens trocken hielten. 
Mittwoch, 8 Februar 2012


07:09:19 Uhr
01:10:03 Std.
Sehr schöner Morgen. Feldabkürzung in Meiningen gefahren.

Fahrbahn: Kompakter Schnee am RR und Nebenwegen, sonst trocken. Feldabkürzung gut befahrbar da hartes Eis / Schnee.
 Wetter: Sonnig, heiter bei -14.0 ° C

Dass es jetzt nicht mehr so dunkel am Morgen ist macht sich gegen Mitte Februar bemerkbar. Man kann nun mit etwas Naturlicht um 7 Uhr morgens fahren und bis 18 Uhr einen schönen Sonnenuntergang genießen.

Rheintal-Radweg in der Früh, hier bei Koblach/Mäder

Felder zwischen Dornbirn und Lustenau, hier "klebt" der trockene Neuschnee am liebsten
Für Abwechslung an der Arbeit sorgte die Kälte auch. An 7. und 8.2 werden E-Mails verteilt, die Tipps zum Starten von Dieselfahrzeugen in eisigen Temperaturen geben oder warnen, dass es heute im Büro keine Äpfel geben können, Grund sind kältebedingte Probleme bei der Lieferung. Meine Imagination springt wieder nach Schweden, an die elektrischen Motorwärmer die verbreitet, speziell bei alten Volvos, im Einsatz kommen, wenn die Temperatur das anfordert. Dafür gibt es an fast jedem Parkplatz eine Steckdose, welches auch den Umstieg auf Elektroautos deutlich erleichtern könnte...

Die zweieinhalb Wochen Winter (laut meteorologischer Definition fängt der Winter an wenn man in 5 Tagen immer durschschnittlich Minusgraden hat) gehen langsam zu Ende. Genau an dem Tag wenn es anfängt abzutauen kommen wie erwartet die ersten technischen Schwierigkeiten an meinem Rad: Zwei Wochen und 600 km mit der gleichen (schrägen) Kettenübersetzung zeichnen das Ende des einzigen Zahnkranzes, der noch funktioniert hat.
Freitag, 17 Februar 2012
Heute versagt der Antrieb meines Fahrrades komplett. Mit großer Mühe erreiche ich Altach wo die Katja beim egge2rad bleibt. Weiter gehe ich mit dem Zug und am Abend hole ich sie um 18 Uhr pünktlich zurück. Es folgt eine genussvolle Fahrt über den getauten Radweg, den Luxus wieder schalten zu können (Kettenblätter und vorderer Schalter am Lenker wurden gewechselt).
Temperatur: -2 Grad, was schon als frühlingshaft empfunden wird.

Zugefrorene Dornbirner Ach

Mittagspause beim Fluss in Dornbirn

Tuesday, December 13, 2011

Ab mit dem Zug

In diesem schneelosen Spätherbst waren wir ziemlich viel unterwegs, und zwar mit dem Zug. Da wir eine ÖBB Vorteilscard besitzen und ab und zu das eine odere andere Angebot finden ist diese Art des Reisen insgesamt auch günstig, auch bei zwei Reisendern. Ob es ein Auto in gewissen Fällen eine bessere Wahl wäre lässt sich diskutieren, sicher ist es, dass in vielen Fällen das Reisen mit dem Zug einen eigentlichen Vorteil darstellt.

Am ersten Dezember Wochenende waren wir kurz in Kitzbühel, aus Linz über Salzburg erreicht, nach einer Geschäftreise. Die renommierte Wintersport-Stadt in den Tiroler Alpen war zu dieser Zeit, ohne Schnee und trotz Weihnachtsmarktes, ziemlich touristenarm. Einige fruchtlose Versuche, wenigstens eine Babypiste vorzubereiten hatten nur die hellgrünen Wiesen mit weißen Flächen gepunktet. Die Natur gewinnt ja noch, in den meisten Fällen über Geld und Investitionen.

Am nächsten verlängerten Wochenende sind wir in Richtung Baden-Württemberg gefahren, und zwar in den Schwarzwald. Ausschlaggebend war auch die Tatsache dass man ja von Lindau bis dahin nur ein Zugticket braucht, nämlich das Baden-Württemberg-Ticket, welches für 29 Euro 2 bis 5 Personen einen ganzen Tag herumbringt. Elegant und günstig wenn auch nicht extrem schnell. Nach 4-5 Stunden (und sogar 4-5 Umsteigen) sind wir also in Hinterzarten "gelandet", welcher im Hochschwarzwald liegt, dem Gebiet mit den höchsten Bergen des Schwarzwaldes. Hier wohnen wir bei der Pension-Bäckerei Unmüßig, welches ein Erlebnis von sich selbst ist, der Duft von frisch gebackenem Brot in der Früh bis ins Zimmer kommend, Voraussage eines leckeren Frühstückes im Café unten. 900 Meter Höhe sind heuer jedoch nicht ausreichend, um am 8. Dezember Schnee zu bekommen. Geregnet hat es fast die ganze Zeit, bis in die Höhe des Feldberges. Freiburg ist bei dem Wetter der richtige Tagesausflug gewesen, sicherlich ist die Stadt einen Besuch wert. So ist das neu eröffnete Bade-Paradies am Titisee, wo aber die Anzahl (echter) Palmen die von Wasserbecken deutlich überwiegt. Am nächsten Tag hat es dann endlich etwas geschneit und bei 10 cm Neuschnee haben die Skianlagen am Feldberg für die Saison eröffnet. Nahgelegener Bärental-Bahnhof zählt zum höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands, von dort sind wir dann über Freiburg nach Basel gefahren. In der großen Stadt (so sieht undeutlich Basel aus wenn man in Vorarlberg lebt) haben wir eine Stunde Zeit gehabt und sind ein bisschen herumgelaufen, bevor wir uns auf dem Weg nach Lindau und Vorarlberg machten.
Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht im Schwarzwald

Am höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands

Neues Wochenende, noch keine Ruhe! Da wir Besucher aus Hongkong bekommen haben, machen wir einen neuen Ausflug, diesmal bringt uns der Railjet über den Arlberg nach Salzburg. Die Stadt sieht schön aus, mit den ganzen Leuchten des Weihnachtmarktes und auch ein bisschen Schnee lässt sich sehen. Die nächste Zugfahrt führt uns über München, wo wir etwas zwei Stunden verbringen, nach Füssen, Endstation einer sehr schönen Bahnstrecke, die in die Berge des Südbayerns hinfährt. Hier besuchen wir "aus Pflicht" das Schloß Neuschweinstein, luxuriöse Residenz des König Ludwigs II (wenn auch für kurze Zeit). Die Lebensgeschichte des Königs lockt etwas an, die sonst kaum gehörte Geschichte eines Königs, der in seiner oft als weltfremd beschriebenen Persönalität einige ganz moderne Idee und Visionen entwickelte. Bis zu seinem frühzeitigen Tod in einem bayerischen See, der seinem Sturz vom Thron folgte. Durch die schöne verschneite Landschaft kommen wir in Lindau an, wo es ebenfalls leicht schneit. Da ist eine Modellbahnausstellung zu sehen mit anschließend etwas zum essen. Als wir wieder in Vorarlberg sind entdecken wir den ersten Schnee, welcher am nächsten Morgen sehr schön auswirkt. Bei Minustemperaturen und einigem Wind verleiht er dem Bahnhof Klaus einen Anschein von Sibirien. (So ist auf jeden Fall der Eindruck) Der Winter hat endlich begonnen.

In München


Bahnhof Klaus in Vorarlberg am 11.12.2011 um 7 Uhr

Saturday, November 26, 2011

Einkaufen

Samstag ist oft Einkaufstag. Das mit Fahrrad zu erledigen bedeutet, dass man dabei auch ein bisschen Bewegung macht und bei schönem Wetter sogar eine schöne Tour. Für uns gehört eine 6-7 km Strecke über die Felder immer dazu, danach kann man sich entscheiden ob es etwas mehr oder weniger sein soll.

Praktisch ist es, die Lastfähigkeit des Rades durch einen Anhänger zu erweitern, wenn man große Einkäufe plant. Ich habe mir vor einiger Zeit den "Croozer Cargo" gekauft, der ist schnell einsetzbar wenn man ihn braucht und trägt wirklich eine Menge an verschiedene Sachen.


Fahrradtaschen machen den Rest, es ist aber nicht schlecht wenn sie nicht immer überfüllt sind. Die Taschen lassen sich übrigens wunderbar an einen Einkaufswagen befestigen, welches vielleicht von den Designers nicht vorgesehen war, passt aber super!


Die meisten Geschäfte sind ja heutzutage dafür gut ausgerüstet, um ein gemütliches Einkauferlebnis den Fahrradkunden bieten zu können ...


... so dass kein "Schnäppchen" verpasst werden kann!






Tuesday, November 22, 2011

Rutschig und nebelig. So sieht der Morgen aus. Irgendwie mystisch und gleichzeitig gemütlich, da der Nebel alles umfasst. Man muss sich halt nicht von dieser Ruhe entspannen lassen, denn jeder Meter der Fahrbahn muss beachtet werden, selbst wenn die Strecke schon so oft gefahren wurde, dass man fast jeden Meter kennt. Genau dort steckt die Gefahr...


Sunday, November 20, 2011

On the road again

 

Nachdem ich die letzten paar Monate gemütlich in einem 5 km Radius verbracht habe, bringt mich nun mein Job wieder nach Dornbirn, welches bedeutet, dass ich mit einer 20-25 km Pendelstrecke rechnen muss. Da ich nach wie vor kein Auto besitze müssen mein Fahrrad und das ausgezeichnete öffentliche Verkehrsnetz Vorarlbergs ausreichen, um mich durch den Winter herum zu bringen.

Im Sommer war es ein Genuss, den schönen Rheintal-Radweg in der Abendsonne zurückzulegen. Dieser Tag Mitte November scheint auf jeden Fall, nach mehreren Tagen tief im Nebel, eher versprechend.