Nach einem sehr milden Jänner wurde der Februar vom Anfang an echt winterlich, so winterlich dass ich es zunächst bezweifelte, es kann so kalt werden und dabei auch so lange bleiben.
Bis auf die Schneemenge wurde es wirklich so, und mehr...
Und kaum hätte ich diese Winterwochen mehr genießen können als durch tägliche 43 km im Sattel (es sei denn, es gibt einige die so was genießen...) Und so schrieb ich am ersten Februar:
Fahrbahn: Trockener Schnee (außer Schweizerstr. und Diepoldsau-Dorf)
Schneefall
bei
-4.0 ° C
An dem Tag verliere ich die Möglichkeit Gänge zu schalten, was mir die nächsten 14 Tage nur noch einen einzigen Gang lässt.
Verschneiter und zugefrorener Antrieb
Abgesehen davon, vergehen die eisigen Tage ohne wesentliche mechanische Probleme. Die alte Katja, aus Nordschweden stammend, hat wohl schon einen echten Winter (und davor viele mehr ohne mich) bestanden.
Am kältesten Tag fahre ich bei -20 Grad los und berichte dann:
Montag, 6 Februar 2012
Es war nicht gestern, sondern heute die tiefste Temperatur! (Bis jetzt?)
-20.0 hat der Thermometer gezeigt als ich um 7:20 Uhr weggefahren bin.
Heute habe ich zwar zu viel angezogen (ein Fleece mehr plus beiden
Windstoppern) und es ist mir eigentlich kälter geworden gegen Ende meiner
Fahrt wegen Verschwitzung. Also, remember...
Das mit der Bekleidung ist sicher wichtig, denn es ist immerhin eine bis eineinhalb Stunde unterwegs. Bei aktiver Sportausübung wird es aber prinzipiell während dieser Zeit nie wirklich kalt. So bin ich beispielsweise bei -15 bis -20 Grad mit Wolle/Thermounterhemd, langärmeligem Windstopper plus einem Windstopper-Vest immer komfortabel gefahren. Als Vergleich, ich fahre bei rund 0 Grad mit dem selben langärmlichen Windstopper und einem leichteren Unterhemd. Wo man aufpassen muss sind Hände und Füße, da diese sich nur relativ aufwärmen: Dicke Socken, Schuhüberzüge und Goretex "fingerlose" Handschuhe (die wo die Finger alle zusammen sitzen) sind für mich ab -10 Grad Pflicht. Außerdem muss man es sich merken und ab und zu "überprüfen" dass alle Finger noch da und gesund sind.
Am kältesten Morgen
Bereit für die Fahrt
Gute Bekleidung und Sichtbarkeit sind das Allerwichtigste
Die Straßenverhältnisse waren durchaus während der kalten Zeit nahezu unverändert. Vor allem der wenig befahrene Radweg war sehr angenehm zu fahren, mit kompaktem und "überraschungslosem" Boden, wobei die Hauptwege sich wegen der Kälte auch bei leichtem Schneefall meistens trocken hielten.
Mittwoch, 8 Februar 2012
07:09:19 Uhr 01:10:03 Std.
Sehr schöner Morgen. Feldabkürzung in Meiningen gefahren.
Fahrbahn: Kompakter Schnee am RR und Nebenwegen, sonst trocken. Feldabkürzung gut befahrbar da hartes Eis / Schnee.
Wetter: Sonnig, heiter
bei
-14.0 ° C
Dass es jetzt nicht mehr so dunkel am Morgen ist macht sich gegen Mitte Februar bemerkbar. Man kann nun mit etwas Naturlicht um 7 Uhr morgens fahren und bis 18 Uhr einen schönen Sonnenuntergang genießen.
Rheintal-Radweg in der Früh, hier bei Koblach/Mäder
Felder zwischen Dornbirn und Lustenau, hier "klebt" der trockene Neuschnee am liebsten
Für Abwechslung an der Arbeit sorgte die Kälte auch. An 7. und 8.2 werden E-Mails verteilt, die Tipps zum Starten von Dieselfahrzeugen in eisigen Temperaturen geben oder warnen, dass es heute im Büro keine Äpfel geben können, Grund sind kältebedingte Probleme bei der Lieferung. Meine Imagination springt wieder nach Schweden, an die elektrischen Motorwärmer die verbreitet, speziell bei alten Volvos, im Einsatz kommen, wenn die Temperatur das anfordert. Dafür gibt es an fast jedem Parkplatz eine Steckdose, welches auch den Umstieg auf Elektroautos deutlich erleichtern könnte...
Die zweieinhalb Wochen Winter (laut meteorologischer Definition fängt der Winter an wenn man in 5 Tagen immer durschschnittlich Minusgraden hat) gehen langsam zu Ende. Genau an dem Tag wenn es anfängt abzutauen kommen wie erwartet die ersten technischen Schwierigkeiten an meinem Rad: Zwei Wochen und 600 km mit der gleichen (schrägen) Kettenübersetzung zeichnen das Ende des einzigen Zahnkranzes, der noch funktioniert hat.
Freitag, 17 Februar 2012
Heute versagt der Antrieb meines Fahrrades komplett. Mit großer Mühe
erreiche ich Altach wo die Katja beim egge2rad bleibt. Weiter gehe ich
mit dem Zug und am Abend hole ich sie um 18 Uhr pünktlich zurück. Es
folgt eine genussvolle Fahrt über den getauten Radweg, den Luxus wieder
schalten zu können (Kettenblätter und vorderer Schalter am Lenker wurden
gewechselt).
Temperatur: -2 Grad, was schon als frühlingshaft empfunden wird.
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